Selbstständiger oder Unternehmer?

Eine Frage, die sich mir so nie stellte! Selbstständiger – Unternehmer? Für mich gleichbedeutender Begriff für ein und dasselbe … zumindest bis zum 24.12.2006.

An diesem Heiligen Abend (und gleichzeitig 3. Geburtstag meiner Tochter Luna) erteilte mir das Leben selbst eindrücklich eine Lektion, was es heißt, selbstständig zu sein. Es ist ja nicht so, dass ich die Jahre zuvor nicht ähnliche Lektionen erleben musste: ständig im Einsatz, arbeiten bis zum Umfallen, sich im berühmten Hamsterrad fühlen, ohne dabei unternehmerisch wirklich voranzukommen. Scheinbar reichte dieses negative Dauer-Feeling aber nicht aus, um mir die Augen zu öffnen.

Erst als ich den Heiligen Abend 2006 und Geburtstag meiner Tochter unverhofft arbeitend statt zu Hause bei meiner Familie verbrachte, überkam mich der berühmten Aha-Effekt – wenn auch ziemlich schmerzvoll. Bereits tagelang bereiteten wir alles freudig für dieses Ereignis vor: Kuchen backen für den Kindergeburtstag, Spiele austüfteln usw. Lunas Augen hörten gar nicht mehr auf zu leuchten vor lauter Vorfreude. Das  änderte sich just in dem Moment, als sie zwei Stunden vor der geplanten Heilig-Abend-Geburtstags-Feier mitkriegte, dass Papi leider weg muss. „Warum bleibst du nicht bei mir, Papa?“, so ihre Frage an mich mit tränennassen Kinder-Äuglein. Ich hatte keine vernünftige Antwort parat – auch dann noch nicht, als ich abends um halb zehn völlig ausgepowert nach Hause kam und meine Tochter bereits schlafend vorfand.

Mein Entschluss stand in genau dieser Minute fest: Ich will kein gestresster Selbstständiger mehr sein, sondern ein echter erfolgreicher Unternehmer werden.

Nur wie?
Zu diesem Thema kursieren vermutlich genauso viele Philosophien, Theorien und glorreiche Wege wie Sandkörner an der Ostsee zu finden sind. Glücklicherweise bin ich recht schnell auf die Perle unter den ganzen Körnern gestoßen und habe mich Mastermind-Gruppen angeschlossen.

Das ist nun fast zehn Jahre her – mein gesetztes Ziel indes habe ich dank der Mastermind-Gruppen schon vor langer Zeit erreicht: ein erfolgreicher Unternehmer sein, ohne Dauerstress und mit viel Zeit und genügend Geld für meine Familie und Hobbys.

Selbstständiger oder Unternehmer? Ich persönlich kenne nun den Unterschied dieser Begrifflichkeiten – und habe mich für den Unternehmer entschieden..

Sascha Bovensmann – kompakt:

  • geboren 1972 in Schwerte
  • Studium der Betriebswirtschaft in Deutschland, Niederlande und USA
  • international tätig bei weltweit agierenden Firmen und Unternehmensberatungen
  • in 2003 Leitung des Familienunternehmens übernommen
  • seit 2012 Inhaber 5 erfolgreicher Unternehmen unterschiedlichster Branchen
  • Beratung und Unterstützung als Business-Angel bei 2 Unternehmen
  • verheiratet, zwei Töchter
  • lebt und arbeitet in Schwerte (Nordrhein-Westfalen)
Dr. Kerstin Gernig

Gründen mit Ende 40? Ja! Ja, aber… Wann, wenn nicht jetzt?! Wer, wenn nicht Du! Los ging’s mit dem Motto: „Werde, was du kannst!“

Ich war Ende 40 und spürte, dass etwas nicht mehr stimmte. Ich war Geschäftsführerin in einem Wirtschaftsverband, hatte ein gut dotiertes Gehalt, eine Altersvorsorge und einen Dienstwagen. Aber ich war an der berühmten Glasdecke angekommen, unter der ich mich nicht weiterentwickeln konnte. Und das fühlte sich nicht gut an. Da stand ich mit dem Coachingsatz im Ohr: „Love it, change it or leave it.“ Die Entscheidung hieß: „Leave it.“

Meine (angestellten) Freunde rieten mir davon ab: „So eine Stelle bekommst du nie wieder!“ „Traust du dir das wirklich zu?“, „Bist du dafür nicht schon zu alt?“ – Die Fragen waren gut gemeint, aber nicht gut. Denn sie brachten mich meinen Zielen nicht näher. Da wurde mir klar: um mein Ding zu machen, musste ich das alte Leben loslassen. Gestartet bin ich mit drei Fragen: Was kann ich besonders gut? Was mache ich besonders gern? In welchem Bereich ist es kein Nachteil, älter zu werden?

So entstand mein Plan: Autorin, Coach, Speaker. Das wurden meine drei neuen Säulen. Um Menschen kennenzulernen, die gewagt haben, sich aus eigener Kraft mit einer ungewöhnlichen Idee selbständig zu machen, war ich zwei Jahre lang unterwegs von Berlin bis nach Sri Lanka. Auf diesem Weg bin ich faszinierenden Unternehmerinnen und Unternehmern begegnet, die ich nach ihren Geschäftskonzepten und Erfolgsstrategien befragt habe. Mein  Buch Werde, was du kannst! Wie man ein ungewöhnlicher Unternehmer wird wurde 2014 von Murmann Publishers für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert.

Was war gut?

Investitionen in meine Weiterentwicklung wie eine professionelle Ausbildung als Business- und Team-Coach, der Austausch mit Gleichgesinnten in einer Mastermind-Gruppe und der Mut zur Veränderung.

Dr. Kerstin Gernig – kurz & bündig:

  • geboren 1964 in Berlin
  • studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie in Berlin (FU) und Paris (ENS)
  • Wissenschaftslaufbahn (Promotion, DAAD-Lektorin in Frankreich, DFG-Post-Doktorandin)
  • ab 2001 Geschäftsführerin in einem Wirtschaftsverband, Programmleitung eines Fachverlags, Chefredakteurin einer Fachzeitschrift, Eventmanagement und PR
  • seit 2011 selbständig als Business-Coach und Autorin
  • Beirätin in Berliner Startup-Unternehmen
  • 2014 Auszeichnung als Vorbildunternehmerin des Bundesministeriums für Wirtschaft im Rahmen der Initiative „FRAUEN unternehmen“
  • 2015 Certified Speaker der German Speakers Association
  • verheiratet, zwei Katzen
  • lebt in Berlin, arbeitet deutschlandweit
  • Passion: lesen, schreiben & Neues lernen – Hobbys: reisen, kochen, Wein & Akkordeonmusik

Zum erfolgreichen Gründen reicht eine richtig gute Idee – oder?

Als ich mein erstes Unternehmen 1996 gründete, glaubte ich fest an meine geniale Idee für eine völlig neuartige Software. Ich arbeitete mehr als alle meine Mitstreiter und frühen Angestellten, programmierte alle wesentlichen Teile selbst und kümmerte mich um die geschäftlichen Belange. Und weil das Produkt selbstverständlich perfekt sein sollte, investierte ich viel Zeit, Geld und Mühe in unzählige Details und immer neue Funktionen.

Nach einer Weile geriet ich unter Druck. Die Software wurde nicht fertig, jeder stellte andere Anforderungen und schließlich machte eine Marktveränderung unsere Chancen gänzlich zunichte. Also nahm ich noch mehr Kundenaufträge zu Kampfpreisen an, die uns retten sollten. Ich selbst programmierte, designte Websites, richtete ein Rechenzentrum ein, unterstützte das Vertriebsteam bei Kundenterminen und Angeboten, organisierte Messeauftritte und kümmerte mich um meine Verwaltungsaufgaben. Sieben Tage die Woche ohne Urlaub seit Gründung.

Und doch brach nach ein paar Jahren alles in sich zusammen, ich hatte der Wirtschaftskrise einfach nichts entgegen zu setzen. Frisches Kapital von Investoren gab es nicht mehr. Die verbliebenen Kunden suchten sich täglich neue Anbieter, die wieder ein günstigeres Angebot machten.

So hatte ich mir das alles nicht vorgestellt.

War es einfach nur Pech? Schließlich konnte ich ja nichts für die Wirtschaftskrise und die folgende Auftragsflaute.

Aber wollte ich nicht eigentlich ein eigenes Produkt entwickeln? Mein Leben lag damals beruflich wie privat in Trümmern und ich dachte für einen Moment, ich wäre halt nicht zum Gründer geboren und wollte hinschmeißen.

Doch dann begann ich mich systematisch zu meinen eigenen Lebenszielen Gedanken zu machen und was es brauchte, um diese zu erreichen. Ich begann, dem Erfolg mit mehr Demut zu begegnen und nochmal neu zu lernen, wie man ein Unternehmen gründet und aufbaut. Zunächst wusste ich nicht, wo ich beginnen sollte. Durch den intensiven und fortwährenden Austausch mit Mentoren und anderen Unternehmern lernte ich die Zutaten erfolgreicher Gründungen kennen und konnte mich zielgerichtet weiterentwickeln.

Ich nahm einen neuen Anlauf und baute aus den Überresten der vorherigen Firma mein neues Unternehmen auf, aus dem inzwischen ein wachsendes und erfolgreiches IT-Unternehmen geworden ist, das sich auf keine Preiskämpfe mehr einlassen muss. Außerdem bin ich inzwischen in der großartigen Situation, mich mit weiteren Neugründungen beschäftigen zu können und so den Traum vom Seriengründer und Unternehmer zu leben. Auch heute fühle ich mich noch ganz am Anfang und habe noch so viele Ziele vor mir, die ich erreichen möchte. Gleichzeitig macht es mir aber Freude, anderen Gründern bei Ihren ersten Schritten zu helfen, so wie mir geholfen wurde.

Christian Wendler – kompakt:

  • Geboren 1977 in Offenbach am Main
  • Erstes Gewerbe bereits während der Schulzeit
  • Gründung der ersten GmbH 1996, Umwandlung in AG 2000
  • Aktuelles Unternehmen 2004 gegründet
  • Weitere eigene Gründungen und Beteiligungen als Business Angel
  • Orga-Mitglied im Lean Startup Circle Rhein-Main
  • Tätig als freier Autor, Redner und Coach
  • Verheiratet, ein Sohn
  • Lebt und arbeitet in Frankfurt am Main